< Käfighaltungsverbot in Kraft – und ignoriert
03.02.2012
EU-Versorgungsbilanz
Auf Grundlage der bislang vorliegenden Statistiken hat die EMA die vorläufige Versorgungsbilanz für den deutschen Eiermarkt kalkuliert. Demnach dürften 2011 im Schnitt rund 39 Mio. Hennen eingestallt gewesen sein und damit 5 Mio. mehr als 2010. Die Eiererzeugung wird auf 11,15 Mrd. Stück veranschlagt, das wären 1,46 Mrd. Eier mehr als 2010 und 0,8 Mrd. mehr als 2009. Das Produktionsniveau von 2008 mit 11,8 Mrd. Eiern, also vor der Umrüstungsphase der Legefarmen auf tiergerechte Haltungsformen, wird aber noch verfehlt.
EU-weit zeichnet sich hingegen ein anderer Trend ab. In vielen Ländern ist die Umrüstungsphase trotz des Verbotes der konventionellen Käfighaltung zum 1.1.2012 noch nicht abgeschlossen. Hierdurch ist die EU-Eierproduktion analog zu Deutschland in den Jahren 2009 und 2010 derzeit stark rückläufig. Das Angebot ist EU-weit entsprechend knapp, was sich auch auf dem deutschen Markt auswirken wird.
Infolge der wieder gestiegenen Produktion in Deutschland verringerte sich der Importbedarf hierzulande 2011 deutlich. Es wurden rund 6,4 Mrd. Eier importiert, das waren 1,9 Mrd. Stück oder rund 23 % weniger als 2010. Ebenso wurden um rund 2 % weniger Eiprodukte importiert als im Vorjahr. Die Exporte von Schaleneiern und Eiprodukten dürften hingegen leicht über dem Vorjahresvolumen gelegen haben.
Nach ersten Schätzungen dürfte der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland im abgelaufenen Jahr etwas zurückgegangen sein, und zwar um 1 Ei auf 213 Stück. Aus den vorliegenden Prognosen errechnet sich ein Selbstversorgungsgrad von 67 %, das wären 8,7 Prozentpunkte mehr als 2010, aber noch 4,6 Prozentpunkte weniger als 2008.
In 2012 dürfte sowohl die Eierproduktion als auch der Selbstversorgungsgrad in Deutschland weiter steigen. Für die EU insgesamt wird mit einem deutlich kleineren Produktionsvolumen als in den Vorjahren gerechnet.