An ihren Farben also werdet Ihr sie nicht erkennen

KAT-Siegel auf bunt gefärbten Eiern garantiert alternative Haltung

31.03.2017



Ob grün, rot oder blau – vor allem zur Osterzeit leuchten die Hühnereier im Lebensmitteleinzelhandel in voller Farbenpracht. Das Färben der ovalen Wunderwerke der Natur ist eine Jahrhunderte alte christliche Tradition, die bis heute gelebt wird. Drei Wochen vor dem Osterfest wird bei den Eierfärbereien die Hochsaison eingeläutet, weiß Werner Ripke, KAT-Mitglied und Packstellenleiter der Eifrisch- Vermarktung GmbH & Co. KG aus Lohne. „In den letzten vier Wochen vor Ostern steigern wir unseren Absatz um das Siebenfache. Bunte Eier sind aber mit steigender Tendenz ein Ganzjahresartikel." Doch wie kann der Verbraucher bei einem gefärbten Ei noch erkennen, dass es sich nicht um eines aus Kleingruppen- oder Käfighaltung handelt? Denn im Gegensatz zu herkömmlicher nicht gefärbter Ware, bei denen ein umfassendes Kennzeichnungssystem mit dem Eiercode detailliert Auskunft über die Herkunft der Eier gibt, gilt bei bunten Eiern bislang keine staatliche Kennzeichnungspflicht zu ihrer Herkunft. Das KAT-Siegel auf den Eierverpackungen gibt zusätzlich Sicherheit für bunte Eier aus alternativer Haltungsform.

„Verbraucher sollten auch bei bunten Eiern auf das KAT-Siegel auf der Eierverpackung achten. Denn dieses garantiert, dass das Ei aus alternativer Haltung – also Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung – stammt und es sich nicht um ein Ei aus Käfig- oder Kleingruppenhaltung handelt", erklärt Dietmar Tepe, Geschäftsführer von KAT (Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen). Der Nachweis, dass die gefärbten Eier aus alternativer Haltung stammen, erfolgt hier ähnlich wie bei nicht gefärbter KAT-Ware: Ein datenbankgestütztes, mengenbasiertes Kontrollsystem mit Absicherung der Warenbewegungen sorgt dafür, dass sich die Eier in einem geschlossenen System befinden. Dies garantiert eine durchgehende Rückverfolgbarkeit für die gefärbten Eier.

In 25 Minuten zum bunten Ei

Bevor die KAT-zertifizierten Eier gefärbt werden können, müssen sie erst ruhen: Da bei frischen Eiern die Eihaut eng an der Schale haftet, werden die Eier ein paar Tage zwischengelagert, damit sie sich nach dem Kochvorgang besser pellen lassen. Nach einem Bruch- und Haugh-unit-Test – bei diesem wird die Frische des Eidotters untersucht – werden die Eier mittels eines Rollbandes acht Minuten lang mit heißem Wasserdampf um die 93 bis 97 Grad Celsius auf den bevorstehenden ebenfalls achtminütigen Kochprozess vorbereitet. Erst dann erfolgt die Färbung. Gefärbt wird mit lebensmittelzugelassener Farbe. „Falls der Verbraucher auf seinem Ei ein bisschen Farbe entdeckt, so kann er es bedenkenlos verspeisen. Es werden nur Farben, die absolut nicht gesundheitsschädlich sind, verwendet. Da die Farbflecke nicht schön auf den Eiern aussehen, rühren wir unter die Farbe ein sogenanntes Carnaubawachs mitunter. Dieses soll verhindern, dass Farbe durch feine Poren ins Eiinnere gelangt", so Ripke. Nach etwa 25 Minuten sind die Eier dann fertig verpackt. Sowohl weiße als auch braune Eier eignen sich zum Färben, allerdings scheint bei den braunen Eiern der dunkle Teint immer mit durch, weshalb in der Regel nur weiße Eier in der bevorzugten Gewichtsklasse M gefärbt werden.


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